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Wie lang sollte ein Imagefilm sein? Die Längen aus 28 echten Produktionen

Wir haben unsere 28 Imagefilme nachgemessen. Welche Länge zu welcher Form und welchem Kanal passt, und warum ein kurzer Film nicht automatisch weniger Aufwand bedeutet.

ROCC Film Redaktion 6 Min. Lesezeit
Wie lang sollte ein Imagefilm sein? Die Längen aus 28 echten Produktionen

Ein Imagefilm sollte so lang sein wie seine Geschichte. Meistens sind das eine bis drei Minuten. Wir haben die Längen unserer 28 Imagefilme bei ROCC Film nachgemessen. Im Mittel dauert ein Film 2:15 Minuten. Der kürzeste läuft 59 Sekunden, der längste 4:55 Minuten. Welche Länge zu euch passt, entscheiden drei Dinge: die Form des Films, der Kanal und die Geschichte, die ihr erzählt.

Die kurze Antwort: typische Längen nach Form

Die Form bestimmt die Länge stärker als jede Faustregel. Ein Markenfilm verdichtet. Ein dokumentarischer Film braucht Zeit, damit eine Geschichte entsteht. So verteilen sich unsere eigenen Produktionen:

Form Typische Länge Beispiele aus unserer Produktion
Markenfilm, Manifest 1:00 bis 1:35 Nolte Küchen 1:05, PYUR 1:28, Barefoot Living 1:35
Testimonial, Kundenporträt 1:25 bis 2:00 Ostrom 1:25, Berliner Jobcenter 1:52
Unternehmens- und Themenporträt 2:00 bis 3:00 Scania 2:09, Commerzbank 2:26, Ada Health 2:34
Dokumentarischer Imagefilm 3:00 bis 5:00 DKMS 4:16, BMAS 4:25, STOKR 4:55

Zwölf unserer 28 Imagefilme bleiben unter zwei Minuten. Neun liegen zwischen zwei und drei Minuten. Sieben sind länger als drei Minuten. Kein einziger ist länger als fünf Minuten.

Was die Form mit der Länge macht

Markenfilm: eine Idee, maximal verdichtet

Ein Markenfilm erzählt keine Firmengeschichte. Er transportiert ein Gefühl und einen Satz. Dafür reichen 60 bis 95 Sekunden. Der Markenfilm für Nolte Küchen erzählt ein ganzes Leben in 65 Sekunden. Die Küche ist dabei immer der Ort, an dem alles zusammenkommt. Mehr Zeit würde die Idee nur verdünnen.

Eine ältere Frau mit Schürze in ihrer Küche, Markenfilm für Nolte Küchen
Ein ganzes Leben in 65 Sekunden, aus dem Markenfilm für Nolte Küchen.

Testimonial: eine Person, ein Gedanke

Ein Kundenporträt lebt von einer echten Stimme. Diese Stimme trägt etwa anderthalb bis zwei Minuten. Für den Ökostrom-Anbieter Ostrom erklärt ein Kunde ein komplexes Produkt in 85 Sekunden: dynamischer Tarif, smartes Laden, Credits nach jedem Ladevorgang. Länger hätte der Film nicht sein dürfen. Kürzer hätte er nicht sein können.

Ein Kunde von Ostrom schaut lächelnd auf die App, Testimonial-Video von ROCC Film
Ein Kunde erklärt das Produkt in 85 Sekunden, aus dem Testimonial-Video für Ostrom.

Porträt: mehrere Stimmen, ein Bild

Ein Unternehmens- oder Themenporträt zeigt mehrere Menschen und Orte. Jede Stimme braucht ihren Moment. Deshalb landen diese Filme meist zwischen zwei und drei Minuten. Für Scania haben wir an einem Drehtag in Stockholm die Menschen hinter Sustainable City Solutions gefilmt. Der Film läuft 2:09 Minuten.

Teambesprechung im Büro in Stockholm, Imagefilm für Scania
Mehrere Stimmen, ein Bild: aus dem Imagefilm für Scania.

Dokumentarischer Film: eine Geschichte mit Wendepunkt

Ein dokumentarischer Imagefilm darf vier oder fünf Minuten dauern. Dann braucht er aber eine echte Geschichte mit Anfang, Wendepunkt und Ende. Der Film für die DKMS dauert 4:16 Minuten. Eine Familie organisiert eine Typisierungsaktion, ein ganzes Dorf lässt sich registrieren, und dann kommt der Anruf: Wir haben einen Spender. Jede Minute bringt etwas Neues. Deshalb trägt die Länge.

Länge nach Kanal: ein Hauptfilm, mehrere Fassungen

Die meisten Imagefilme laufen nicht nur an einem Ort. Darum planen wir die Länge vom Kanal aus. Ein Hauptfilm entsteht für die Website. Daraus schneiden wir kürzere Fassungen für die anderen Kanäle.

Kanal Sinnvolle Länge Worauf es ankommt
Website, Karriereseite 1:30 bis 3:00 Hier schauen Menschen, die sich schon für euch interessieren. Der Hauptfilm darf ausführlich sein.
LinkedIn, Instagram, Anzeigen 15 bis 60 Sekunden Hochformat 9:16 oder 4:5, Untertitel, die Kernaussage in den ersten Sekunden.
TV und Kino 15 bis 30 Sekunden Ein Spot ist kein Imagefilm. Unsere TV-Spots laufen 15 bis 32 Sekunden.
Messe, Empfang 1:00 bis 2:00 im Loop Läuft meist ohne Ton. Die Bilder müssen allein funktionieren.
Vertrieb, Präsentation 1:00 bis 2:00 Ein Einstieg ins Gespräch, nicht das ganze Gespräch.
Intern, Onboarding, Townhall 3:00 bis 5:00 Das Publikum ist schon da. Hier dürft ihr ausführlich erzählen.

Zwei Beispiele aus unserer Arbeit: Das Ostrom-Testimonial haben wir in 16:9 geliefert, dazu Anzeigen-Fassungen in 4:5 und 9:16. Der dokumentarische Film für das BMAS läuft 4:25 Minuten. Dazu kommt ein Teaser mit 1:13 Minuten im Format 4:5 für Social Media.

Wann ein langer Imagefilm richtig ist

Ein langer Film ist kein Fehler. Er ist nur riskanter. Diese drei Fälle rechtfertigen vier bis fünf Minuten:

  • Ihr erzählt eine echte Geschichte. Sie hat einen Wendepunkt, und das Publikum will wissen, wie sie ausgeht.
  • Ihr müsst Vertrauen aufbauen. Der Brand Film für STOKR erklärt Tokenisierung für institutionelle Investoren. Er dauert 4:55 Minuten, weil Seriosität Zeit braucht.
  • Ihr macht unsichtbare Arbeit sichtbar. Der BMAS-Film zeigt einen Hof in Sachsen, auf dem suchtkranke Männer zurück in Alltag und Arbeit finden. Diese Arbeit erklärt sich nicht in einer Minute.

Ein einfacher Test hilft: Würde jemand merken, wenn diese Szene fehlt? Lautet die Antwort Nein, gehört die Szene nicht in den Film.

Holztor mit dem Schild Herzlich Willkommen im Zwischenstopp, dokumentarischer Imagefilm für das BMAS
Der Eingang zum Hof in Bockelwitz, aus dem dokumentarischen Imagefilm für das BMAS.

Wie die Länge Dreh und Budget beeinflusst

Viele denken: längerer Film, teurerer Film. Das stimmt selten. Den Aufwand bestimmen Drehtage, Drehorte und Team. Die Minuten am Ende spielen kaum eine Rolle. Das zeigen unsere eigenen Produktionen:

Film Länge Drehzeit
Ostrom, Testimonial 1:25 1 Drehtag
Barefoot Living, Markenfilm 1:35 2 Drehtage auf Mallorca
Scania, Porträt 2:09 1 Drehtag in Stockholm
Commerzbank, Produkteinführung 2:26 2,5 Drehtage in Frankfurt und Berlin
DKMS, dokumentarisch 4:16 2 Drehtage
BMAS, dokumentarisch 4:25 1,5 Drehtage

Der Markenfilm mit 1:35 Minuten brauchte mehr Drehzeit als der dokumentarische Film mit 4:25 Minuten. Kurze Filme sind oft aufwendiger. Jede Sekunde muss sitzen. Was ein Imagefilm kostet und welche Posten den Preis bestimmen, zeigen wir auf der Seite Imagefilm Kosten.

Fünf Regeln für die richtige Länge

  1. Legt die Länge im Konzept fest, nicht im Schnitt. Sonst dreht ihr Material für einen Film, den es nie geben wird.
  2. Plant vom Kanal aus. Ein Hauptfilm für die Website, kurze Fassungen für Social Media.
  3. Eine Botschaft pro Film. Jede zusätzliche Botschaft kostet eine Minute und die Aufmerksamkeit des Publikums.
  4. Die ersten zehn Sekunden entscheiden. Steigt mit einem Bild oder einem Satz ein, nicht mit dem Logo.
  5. Schneidet lieber eine Szene zu viel heraus. Niemand beschwert sich über einen Film, der zu früh endet.

Häufige Fragen zur Länge eines Imagefilms

Wie lang sollte ein Imagefilm sein?

Meistens eine bis drei Minuten. Unsere 28 Imagefilme dauern im Mittel 2:15 Minuten. Markenfilme sind kürzer, dokumentarische Filme länger.

Wie lang sollte ein Imagefilm für Social Media sein?

15 bis 60 Sekunden, im Hochformat und mit Untertiteln. Am besten schneidet ihr diese Fassungen aus dem Hauptfilm.

Sind fünf Minuten für einen Imagefilm zu lang?

Nicht, wenn der Film eine echte Geschichte erzählt. Ohne Geschichte sind fünf Minuten fast immer zu lang. Keiner unserer 28 gemessenen Imagefilme ist länger als fünf Minuten.

Was ist der Unterschied zwischen Imagefilm und Werbespot bei der Länge?

Ein Werbespot dauert 15 bis 30 Sekunden und verkauft ein Produkt. Ein Imagefilm dauert meist eine bis drei Minuten und zeigt, wer ihr seid.

Braucht ein Imagefilm mehrere Fassungen?

Fast immer. Ein Hauptfilm für die Website, dazu kurze Fassungen für Social Media und Anzeigen. Das plant ihr am besten schon vor dem Dreh.

Macht ein kürzerer Imagefilm die Produktion günstiger?

Kaum. Den Preis bestimmen Drehtage, Drehorte und Team. Ein kurzer Markenfilm kann mehr Drehzeit brauchen als ein langer Dokumentarfilm.

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