Recruiting mit Film: 400 Bewerbungen in drei Monaten
Zwei Recruitingfilme, zwei entgegengesetzte Ansätze: 31 Sekunden Rennsportkino im Hochregallager und ungeskriptete Mitarbeiterstimmen bei der Allianz. Was beide gemeinsam haben.
Recruiting mit Film heißt: ihr zeigt eine offene Stelle als Film statt als Textanzeige. Zwei ROCC-Produktionen haben das auf entgegengesetzten Wegen gelöst. Die eine unterhält, die andere lässt Zweifel aussprechen. Beide funktionieren, und eine davon brachte 400 Bewerbungen in drei Monaten.
Was heißt Recruiting mit Film?
Ein Recruitingfilm beantwortet eine einzige Frage: Wie ist es, bei euch zu arbeiten? Er richtet sich an Menschen, die überlegen, ob sie bei euch anfangen.
Das unterscheidet ihn vom Imagefilm. Der Imagefilm spricht Kundinnen und Kunden an. Der Recruitingfilm spricht Bewerberinnen und Bewerber an. Zwei Zielgruppen, zwei Filme.
Weg 1: unterhalten statt überzeugen
GLX Global Logistic Services ist ein Logistikdienstleister mit acht Standorten und rund 250 Mitarbeitenden. Für die Lager wird laufend Personal gesucht, auch über Social Media. Dort merkte das Team, dass Bildposts nicht mehr trugen.
Die Antwort war kein Testimonial, sondern eine Genre-Aneignung: 31 Sekunden Rennsportkino im eigenen Hochregallager. Zwei Gabelstapler jagen durch die Regalgassen, die Kamera klebt am Boden wie im Blockbuster. Am Ende weckt eine Kollegin den Fahrer. Alles nur geträumt.
Gedreht wurde an einem einzigen Tag im laufenden Lagerbetrieb. Vor der Kamera standen sechs Mitarbeitende, keine Schauspieler. Genau deshalb funktionieren die Fahrszenen: Das ist echtes Können, nur anders geschnitten.
Im März startete die Kampagne über alle Standorte. Das Ergebnis: 400 Bewerbungen in drei Monaten und zehn Einstellungen. Dazu kamen zwei Belege, die man nicht kaufen kann. GLX nahm den Film in die E-Mail-Signatur des Unternehmens auf. Und Jungheinrich, der Hersteller der gefahrenen Stapler, teilte ihn über LinkedIn.

Weg 2: die Zweifel aussprechen lassen
Die Allianz ging den umgekehrten Weg. Im Logistik Service Zentrum am Allianz Campus Berlin arbeiten rund 540 Menschen. Sie bringen jeden Tag über 140.000 Vorgänge auf den Weg.
Im Film erzählen sie selbst, warum sie gern dort arbeiten. Ohne Skript, in ihren eigenen Worten. Der stärkste Satz des Films kommt von einer Mitarbeiterin: „Wer will schon zu einer Versicherung?“ Sie sagt, sie wäre früher lieber Juristin geworden. Heute ist sie froh, geblieben zu sein.
Das ist der Trick. Der Film behauptet nicht, die Branche sei aufregend. Er lässt den Vorbehalt aussprechen und dann von den eigenen Leuten auflösen.
Welcher Weg passt zu euch?
| Unterhalten | Zweifel aussprechen | |
|---|---|---|
| Passt, wenn | der Job von außen unsichtbar ist | die Branche einen Ruf hat |
| Vor der Kamera | Mitarbeitende in Aktion | Mitarbeitende im Gespräch |
| Länge | 30 Sekunden | zwei bis vier Minuten |
| Kanal | Social Media, hochkant | Karriereseite, LinkedIn |
| Risiko | Gag ohne Aussage | Aufzählung ohne Haltung |
Beide Wege haben eines gemeinsam: Vor der Kamera stehen echte Mitarbeitende. Keine Schauspieler, keine Models, keine Geschäftsführung als Sprachrohr.
Für welche Branchen sich das lohnt
Am stärksten wirkt Recruiting mit Film dort, wo der Beruf von außen falsch aussieht oder gar nicht sichtbar ist. In Industrie und Produktion kennt niemand den Arbeitsplatz von innen. In Pflege und Gesundheitswesen ist der Ruf schlechter als der Alltag. Im öffentlichen Dienst gilt die Arbeit als grau.

Was kostet Recruiting mit Film?
Die Spanne ist groß, weil der Aufwand groß sein kann oder klein. Der GLX-Film entstand an einem einzigen Drehtag. Eine Kampagne über mehrere Standorte kostet ein Vielfaches davon.
Echte Preisspannen aus echten Angeboten findet ihr auf unserer Seite zu den Recruitingfilm-Kosten.
Wie ihr anfangt
Setzt euch zuerst zusammen. Bei GLX standen Geschäftsführung, Standortleitung und Personal am Anfang an einem Tisch. Erst danach entstanden die Konzepte.
Nehmt dann eine Stelle, nicht alle. Die, die euch am meisten weh tut.
Und plant für das Handy: kurz, hochkant, auch ohne Ton verständlich.

Wie wir dabei vorgehen, steht auf unserer Seite zur Recruitingfilm Produktion.















































