Recruitingfilm für Social Media: der Schnittplan für LinkedIn, Instagram und TikTok
Ein zentrierter 9:16-Ausschnitt aus einem 16:9-Bild wirft 68,36 Prozent der Bildbreite weg. Was das für Lieferformate, Masterauflösung und den Drehtag bedeutet, Kanal für Kanal.
Ein zentrierter 9:16-Ausschnitt aus einem 16:9-Bild wirft 68,36 Prozent der Bildbreite weg. Bei voller Höhe, bei jeder Auflösung, bei jedem Motiv. Wer einen Recruitingfilm für LinkedIn, Instagram und TikTok bestellt, bestellt drei Bildausschnitte aus einem Set, und dieser eine Prozentwert bestimmt, wie am Drehtag kadriert wird.
Die anderen Formate sind kaum gnädiger. Ein zentrierter 4:5-Ausschnitt verliert 55,00 Prozent der Breite, 1:1 verliert 43,75 Prozent. Zwei Kolleginnen, die im 16:9-Master links und rechts im Bild stehen, sind im 9:16-Schnitt beide weg.

Auf dem Handy dreht sich die Rechnung um. Ein Samsung Galaxy S24 hat 2340 x 1080 Pixel, exakt 19,5:9, ein iPhone 16 hat 2556 x 1179. In voller Breite füllt ein 16:9-Video dort rund 26 Prozent der Bildschirmhöhe, ein 9:16-Video rund 82 Prozent.
Welche Formate braucht ein Recruitingfilm für Social Media?
Jeder Kanal hat eigene Regeln für Seitenverhältnis, Länge und Untertitel. Diese Liste gehört ins Briefing, bevor der Drehplan steht, nicht danach.
| Kanal | Seitenverhältnis | Länge | Worauf der Schnitt achten muss |
|---|---|---|---|
| LinkedIn Feed, organisch | 1:2,4 bis 2,4:1 erlaubt, praktisch 4:5 oder 1:1 | 3 Sekunden bis 15 Minuten | Läuft stumm an. Auto-Untertitel nur, wenn der Schalter beim Upload gesetzt wird |
| LinkedIn Video Ads | 1:1, 4:5, 9:16 oder 16:9 | 15 bis 30 Sekunden empfohlen | Genau eine SRT-Datei pro Video, vor dem Veröffentlichen angehängt |
| Instagram Reels | 9:16 empfohlen | über 3 Minuten keine Empfehlung an Nicht-Follower | Safe Zone bei Ads: oben 14 %, unten 35 %, seitlich je 6 % |
| TikTok In-Feed | 9:16, mindestens 540 x 960 px | App-Aufnahme bis 10 Minuten | Keine festen Safe-Zone-Werte; TikTok stellt Vorlage und Vorschau bereit |
| YouTube Shorts | quadratisch oder hochkant | bis 3 Minuten, seit 15. Oktober 2024 | 16:9 zählt nicht als Short |
| YouTube, Hauptfilm | 16:9 | frei | Kapitel ab drei Zeitstempeln, der erste bei 00:00 |
| Karriereseite | 16:9 | frei | VideoObject-Markup mit name, thumbnailUrl und uploadDate |
Was am Ende geliefert wird, lässt sich an einem Projekt aufzählen. Für Kenvue in Neuss haben wir 2026 drei Mitarbeiterporträts gedreht, eines pro Abteilung: Jan, Key Account Manager, 30 Sekunden; Hannah, Senior Brand Manager, 33 Sekunden; Elke, Brand & Shopper Activation Director, 25 Sekunden. Geliefert wurden alle Master- und Social-Formate in 9:16, 16:9 und 1:1, für den Rollout in EMEA.

Das ist die Grundstruktur: ein Master pro Film, dazu die Derivate für die Kanäle, auf denen ihr tatsächlich postet. Kenvue gab Marke, Werte und Leitplanken fürs Skript vor. Story und Look kamen von uns, geschnitten auf den eigenen Voiceover der drei, ohne Interviewsetting.
Andere Pakete fallen kleiner aus. Zwei Filme für das BMAS gingen als 16:9-Hauptfilm plus 4:5-Social-Teaser raus, ein Ostrom-Testimonial als Cutdowns in 4:5 und 9:16 plus einer untertitelten Fassung. Für GLX standen im Auftrag Schnitt, Color Grading, Sprecheraufnahme und Social-Cutdowns, für einen 30-Sekünder aus einem Drehtag im laufenden Lager.
In welcher Auflösung muss ein Recruitingfilm gedreht werden?
Die Auflösung des Masters entscheidet, ob der 9:16-Schnitt ohne Hochskalieren geht. Die Rechnung ist reine Geometrie und lässt sich vorher aufschreiben.
| Zielformat | Verlust der Bildbreite | aus Full-HD-Master 1920 x 1080 | aus UHD-Master 3840 x 2160 |
|---|---|---|---|
| 9:16 | 68,36 % | 607 px, zu wenig für 1080 x 1920 | 1215 px, reicht |
| 4:5 | 55,00 % | 864 px, zu wenig für 1080 x 1350 | 1728 px, reicht |
| 1:1 | 43,75 % | 1080 px, reicht exakt | 2160 px, reicht |
Aus einem Full-HD-Master bleiben nach dem zentrierten 9:16-Ausschnitt 607,5 Pixel Breite übrig. Für eine Auslieferung in 1080 x 1920 reicht das nur mit Upscaling. Aus einem UHD-Master bleiben 1215 Pixel, und das reicht. Der einzige Ausschnitt, der aus Full HD ohne jede Skalierung herauskommt, ist 1:1 mit exakt 1080 x 1080.
Wer hochkant dreht, rechnet spiegelbildlich: aus 2160 x 3840 bleiben für den 16:9-Ausschnitt wieder 1215 Pixel, aus 1080 x 1920 nur 607,5. DaVinci Resolve 20.1 hat Smart Reframe ein Modus-Dropdown mit Auto, Pan Only und Tilt Only gegeben, das einen Take rettet, in dem die Person aus der Bildmitte läuft.
Recruitingvideo auf LinkedIn: Format, Länge und Untertitel
LinkedIn nimmt im organischen Feed jedes Seitenverhältnis zwischen 1:2,4 und 2,4:1 an. Das ist ein Kontinuum, keine Liste aus vier Formaten. Ein organischer Beitrag darf bis zu 15 Minuten lang sein, mindestens 3 Sekunden vom Desktop und 2 Sekunden aus der Mobile-App.
Video Ads sind ein eigenes Produkt mit eigenen Regeln. Sie akzeptieren genau vier Verhältnisse: 1:1, 4:5, 9:16 und 16:9. LinkedIn empfiehlt 15 bis 30 Sekunden, damit eine Ad für jede Platzierung im Feed und im Audience Network qualifiziert ist; Jan mit 30 und Elke mit 25 Sekunden passen in dieses Fenster, Hannahs 33 Sekunden liegen knapp darüber.

Feed-Video läuft beim Scrollen ohne Ton an, im Web und in der App. Automatische Untertitel gibt es in 10 Sprachen, Deutsch eingeschlossen, aber nur, wenn ihr den Schalter beim Upload umlegt; ab Werk ist er aus. Für klassische Closed Captions will LinkedIn genau eine SRT-Datei pro Video, angehängt vor dem Veröffentlichen, über die Desktop-Oberfläche.
Für die Verteilung im Feed nennt LinkedIn drei Signalgruppen: Identity, Content und Activity. Das Videoformat taucht darin als eigener Faktor nicht auf, externe Links ebenso wenig. Die Wahl zwischen 16:9 und 9:16 ist auf LinkedIn eine Frage der Fläche auf dem Display.
Recruitingvideo für Instagram Reels und TikTok: 9:16 und Safe Zone
Instagram ist in Deutschland die meistgenutzte Social-Plattform, mit 40 Prozent wöchentlicher Nutzung laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025, vor Facebook mit 31 und TikTok mit 20 Prozent. Der Feed nimmt sechs Seitenverhältnisse an, 1,91:1, 16:9, 1:1, 4:5, 2:3 und 9:16; für Video empfiehlt Instagram 9:16. Reels lassen sich bis 20 Minuten aufnehmen und schneiden, aber alles über 3 Minuten wird Nicht-Followern nicht mehr empfohlen.
Bei Reels Ads verlangt Meta eine freie Zone: 14 Prozent am oberen Rand, 35 Prozent am unteren, 6 Prozent an jeder Seite, ohne Text, Logo oder andere wichtige Gestaltungselemente. Trägt die Ad einen Disclaimer, müssen die unteren 40 Prozent frei bleiben. Bauchbinden mit Name & Jobtitel gehören deshalb in die Bildmitte.
TikTok veröffentlicht keine feste Safe Zone in Pixeln oder Prozent. Es gibt eine Vorlagendatei zum Herunterladen und ein Vorschautool, und TikTok sagt selbst, dass die Zone mit Caption-Länge, interaktiven Add-ons, Textrichtung und Abspielphase wandert. Wer euch feste Pixelwerte für TikTok nennt, hat sie aus einer Agenturvorlage.
Die Längen hängen vom Aufnahmeweg ab. In der App aufgenommen läuft ein TikTok-Video bis 10 Minuten, aus der Galerie hochgeladen bis 60 Minuten; das 10-Minuten-Limit gilt seit dem 28. Februar 2022, vorher waren es 3. Für In-Feed Ads ohne Spark empfiehlt TikTok 9:16 mit mindestens 540 x 960 Pixeln.
Recruitingfilm auf YouTube, Karriereseite und in der Stellenanzeige
YouTube erreicht 72 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren, und am Computer ist 16:9 dort das Standardformat. Ein Short zählt nur, wenn das Video quadratisch oder hochkant ist; alles Breitere, 16:9 eingeschlossen, läuft als normales Video. Seit dem 15. Oktober 2024 darf ein Short bis zu drei Minuten lang sein.
Google meldet aus eigenen internen Daten von 2024, dass ein vertikales Video in einer bisher rein horizontalen Anzeigengruppe die View-Through-Rate auf Shorts um mehr als 40 Prozent hebt. Die Zahl ist Googles eigene, ohne offengelegte Methode.
Die Stellenanzeige selbst bleibt Text. Indeeds Qualitätsstandards und Regeln für Arbeitgeber enthalten keine technische Spezifikation für Video, die JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit bietet beim Anlegen einer Anzeige nur Textfelder, und LinkedIns Hilfeseite zum Einstellen eines Jobs nennt weder Video-Upload noch Videolink. Der Film lebt auf der Karriereseite und in den Feeds, die Anzeige verlinkt dorthin.
Auf der Karriereseite gelten Googles Regeln für Video-Rich-Results. Das VideoObject-Markup braucht genau drei Eigenschaften, name, thumbnailUrl und uploadDate, und Google will das Video auf einer eigenen Seite, deren Hauptzweck dieses eine Video ist. Ein video-Element mit autoplay-Attribut lädt sofort, auch außerhalb des sichtbaren Bereichs; das Posterbild oder der erste gerenderte Frame zählt als Kandidat für den Largest Contentful Paint.
Warum jeder Social-Cut Untertitel braucht
Eine Onlinebefragung von 5.616 US-Erwachsenen zwischen 18 und 54 Jahren für Verizon Media und Publicis Media ergab 2019, dass 92 Prozent mobiles Video zumindest teilweise ohne Ton sehen. 69 Prozent tun das in der Öffentlichkeit mit Absicht, 25 Prozent auch zu Hause.
Die oft zitierten 85 Prozent stumm geschauter Facebook-Videos stammen aus einem Digiday-Artikel vom 17. Mai 2016. Grundlage waren Selbstauskünfte zweier Publisher, ohne Methode, ohne Stichprobe, ohne Messzeitraum; PopSugar nannte im selben Artikel 50 bis 80 Prozent. Die 92 Prozent aus der Befragung sind die belastbarere Zahl.

Für die Berliner Jobcenter haben wir deshalb zwölf Porträts, eines pro Jobcenter, plus einen Gesamtfilm nach einem seriellen Prinzip gebaut. Die Arbeit läuft als ruhige, stumme Bildebene; die Menschen sprechen getrennt davon, aufgenommen in einem geschützten Raum. Jedes Porträt bleibt kurz genug für Social Media und persönlich genug, um zu wirken.
Untertitel gehören in jeden Social-Cut. Facebook hat im eigenen Business-Blog eine um 12 Prozent längere durchschnittliche Sehdauer bei untertitelten Video-Ads genannt, Adweek berichtete dieselbe Zahl am 10. Februar 2016. Untertitel für aufgezeichnete Medien sind zudem WCAG 2.1, Erfolgskriterium 1.2.2, Konformitätsstufe A.
Was am Drehtag anders läuft, wenn drei Formate rausgehen
Drei Formate aus einem Take heißen am Set: kadrieren für den engsten Ausschnitt, den 9:16-Streifen in der Mitte. Die ARRI ALEXA 35 zeichnet im 4.6K 3:2 Open Gate 4608 x 3164 Photosites auf und zeigt bis zu drei Framelines, A, B und C, gleichzeitig im Sucher, auf dem Monitor und auf den SDI-Ausgängen, dazu zwei frei konfigurierbare Rechtecke für die geschützte Bildfläche.
Die Sony FX30 bietet 15 wählbare Aspektmarker, darunter 9:16, 4:5 und 1:1. Sie erscheinen nur als Overlay auf dem Monitor, werden weder ausgegeben noch eingebrannt. Die Regieassistenz sieht die Linien also am Set, der Cutter später nicht mehr.

Die drei Kenvue-Filme entstanden an einem einzigen Drehtag, komplett auf dem Gimbal, mit einer Sony FX6 und lichtstarken Festbrennweiten bei offener Blende. Graded wurde auf einen filmischen Kodak-Look.
Was kostet ein zusätzliches Format?
Manches Paket kommt mit einem Format aus. Wenn ihr nur auf LinkedIn postet und dort 16:9 fahrt, bestellt kein 9:16; jeder zusätzliche Cut kostet Schnittzeit, und ein Hochkantformat, das niemand postet, liegt danach im Archiv. Für einen einzelnen Story-Post aus der HR-Abteilung reicht das Handy.
Der Preisunterschied entsteht selten am Drehtag, sondern in der Post. Ein zweiter Drehtag kostet ein Vielfaches einer zusätzlichen Schnittfassung, deshalb ist die Kanalliste vor dem Dreh die günstigste Entscheidung im ganzen Projekt. Was in welchem Paket steckt, steht offen auf unserer Seite zu den Recruitingfilm Kosten.

Größere Häuser brauchen mehr Tage. Im Logistik Service Zentrum der Allianz auf dem Campus Berlin, rund 540 Menschen und über 140.000 Vorgänge am Tag, kam aus zwei Drehtagen ein ganzes Paket an Filmen. Die Formatliste stand vorher fest, die Framelines lagen am ersten Morgen im Sucher.
Vor einer Recruitingfilm Produktion legen wir deshalb mit euch die Kanalliste fest, bevor der Drehplan steht. Für GLX hieß das: ein Drehtag im laufenden Lager, sechs Mitarbeitende vor der Kamera, ein 30-Sekünder plus Social-Cutdowns für acht deutsche Standorte mit rund 250 Beschäftigten. Die Kampagne startete im März und brachte in drei Monaten 400 Bewerbungen.















































